18.01.2024
Visualisierung?
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Das Vorspiel zur Visualisierung war die Stadtratssitzung am 13.12.2023. Die Bürgermeisterin, Frau Dr. Anita Maaß, hatte wieder einmal einen sehr starken Auftritt. Vor der Abstimmung durch die Stadträte, gab sie durch souveräne Kenntnis der Gesetzeslage eindeutig das Ziel vor. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, daß hier eine erfahrene Lobbyistin Überzeugungsarbeit leistet.
Außer massiver Schimpfe an die Windkraftkritikern wurden die Bürger von Lommatzsch mit keiner Silbe erwähnt. Was für ein Glück für die unmittelbaren Anlieger doch der massive Windkraftausbau bedeutet, nichts wie Vorteile und sogar eine spürbare Minderung der Energiekosten wurden in Aussicht gestellt. Das Abstimmungsergebnis der Stadträte zeigte so auch im Anschluß, mit deutlicher Mehrheit, nur vier Räte stimmten dagegen, die freudige Unterstützung zum Windkraftanlagenausbau.
Über Kosten und Nutzen, sowie Umweltbelastungen wurde nicht nachgedacht, geschweige dem gesprochen, auch nicht im Vorfeld. Ist es wirklich nicht bekannt, daß von der propagierten Nennleistung nur 16 % geerntet werden können und das auch nur, wenn der Wind weht. Die Subventionen dürften den Ertrag bei weiten übersteigen, denn die Betreiber wollen bzw. müssen ja noch einen satten Gewinn einfahren. Keine Henne scharrt umsonst.

Und nun zur anberaumten Visualisierung: Als erstes wurden die anwesenden Bürger sortiert. Die persönlich eingeladenen Bürger, die Betroffenen, zur Bürgermeisterin, die Anderen hatten gefälligst zurück zu treten. Eine Auslese, wie bei Aschenputtel.
Die anwesenden Vertreter des Planungsbüros und der Betreibergesellschaft schienen mit der Örtlichkeit und der mitgebrachten Technik sichtlich überfordert, so waren auf den Tabletts mehr Selfies als Bilder der Umgebung zu sehen. Auch wurden die Positionen am Anfang so gewählt, daß außer Häuser keine Windmühlen auf den Bildschirmen zu sehen waren. Am anberaumten Tag wehte kaum Wind und es war sehr trüb, so das die zu visualisierenden Windmühlen mehr zu erahnen waren. Was wollt ihr mehr, es gibt keine Beeinträchtigungen.
Jetzt nahm in gewohnter Art und Weise die Frau Bürgermeisterin das Heft in die Hand, es kam Schwung in die Bude. Sie hetzte von Bürger zu Bürger und hatte ihre liebe Not den unangenehmen Fragen auszuweichen und diese ab zu bügeln.
Aus meiner Sicht war auch sie zunehmend überfordert und sichtlich gestresst. Es war keine „Sichtbarmachung“ sondern eher eine „Unsichtbarmachung“.

Joachim Möhler

PS:
Bei einigen Menschen treffen wir auf vollkommenes Unverständnis mit unseren Anliegen.
Man kann einen Menschen nicht dazu bewegen, etwas zu verstehen, wenn sein Gehalt bzw. seine Reputation davon abhängt, es nicht zu verstehen.
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